Seite 1   Seite 2   Seite 3   Seite 4  Seite 5   Seite 6   Seite 7   Seite 8   Seite 9

 
  Berlin, 09.05.2004

F: Das ist nicht gerade der beste Weg hier einen zweiten Titel zu gewinnen oder?

MAURESMO: Ja, es ist ziemlich eigenartig ein Turnier so zu beenden. Ich habe gestern natürlich das Ende von Venus Match gesehen, aber ich habe erwartet, dass es nicht ganz so schlimm ist und dass sie wird heute spielen können. Es ist wirklich für alle schade, aber was soll ich dazu sagen.

F: Wie ist das Verhältnis zwischen Sympathie für eine Mitkonkurrentin und den Titel zu gewinnen?

MAURESMO: Auf jeden Fall hätte ich vorgezogen auf den Platz zu gehen und zu spielen. Man will gewinnen, indem man spielt und nicht dadurch dass man im Hotel ist oder so.

F: Aber zugleich muss es eine Freude sein, den Titel zu gewinnen.

MAURESMO: Ja, aber das ist nicht zu vergleichen: zufrieden zu sein mit der gesamten Woche und gut gespielt zu haben, aber jetzt eben nicht zu spielen.

F: Ist es ernüchternd, wenn man morgens aufsteht und dann nicht spielt?

MAURESMO: Es ist ein eigenartiges Gefühl. Ich weiß nicht, ob ich die richtigen Worte finde: Es ist eine Mischung aus Enttäuschung, weil man spielen will, aber auch Zufriedenheit, weil es nicht nur ums Finale geht, sondern um die gesamte Woche.

F: Wenn Sie spielen, sehen wir, dass Sie besser und besser werden. Sind Sie besser als je zuvor und denken Sie, dass Ihre Aussichten besser sind?

MAURESMO: Ich glaube ich kenne mich selbst besser, ich kenne das Spiel besser, ich weiß wie ich spielen muss. Gestern habe ich gutes Tennis gespielt, ein sehr solides Match. Ich war mental und auch körperlich stark, eigentlich in allen Bereichen des Spiels.

F: Halten Sie sich für eine der Favoritinnen für das French Open?

MAURESMO: Ja, wahrscheinlich bin ich von 5 anderen Spielerinnen eine, die den Titel holen können.

F: Mittlerweile geht es fast darum, wer gesund sein wird.

MAURESMO: Ich sage immer das Gleiche. Tennis wird härter und härter; das Niveau höher und höher. Wir müssen große Anstrengungen unternehmen, um das Niveau zu halten. Manchmal verlangen wir unserem Körper zu viel ab und er bricht zusammen. Ich hatte meine Verletzungen und andere Spielerinnen haben ihre. Was soll man machen. Wir müssen das beste draus machen.

F: Meinen Sie, sie spielen alle zu viel? Ist das Teil des Problems?

MAURESMO: Könnte sein. Wir haben übers Jahr viele Turnier. Manchmal treffen wir vielleicht nicht die richtigen Entscheidungen, weil wir Tennis spielen wollen, denn das ist das, was wir tun. Ich würde gerne sehen, dass die Saison früher endet und wir im Winter eine längere Pause haben. Aber ich glaube darüber wird mit der WTA diskutier.

F: Sie sagen, Sie seien eine von fünf Favoritinnen für das French. Wer sind die anderen vier?

MAURESMO: Wahrscheinlich die Williams, wenn sie gesund sind. Justine, Lindsay - sie kommt zwar vorher nicht nach Europa, aber sie hat einige gute Sandplatzturniere in den USA gespielt.

F: Sind einige der jüngeren Spielerinnen schon eine Bedrohung?

MAURESMO: Wir haben es gestern gesehen, Sprem, sie war sehr beeindruckend. Viele der jungen sind im Kommen.

F: Was müssen bis Paris machen?

MAURESMO: Zusehen, dass ich gesund bleibe, das Rückenproblem vermeiden. Ich will mehr Matches spielen. Deshalb gehe ich heute Abend nach Rom, um sicherzugehen, dass ich spiele und Selbstvertrauen habe.