Seite

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26  
 

24.05.05

Q:  Amélie, Sie haben heute sehr gut gespielt, sehr konzentriert. Haben Sie, seit Sie mit Yannick Noah trainieren, sehr von dieser neuen Zusammenarbeit profitiert?

A: Ich glaube, ich habe in den letzten zwei Wochen tatsächlich gut gespielt. Wir arbeiten weiterhin hier und da an einigen Dingen. Ich weiß nicht, ob man in so einem Match, wo ich stärker als meine Gegnerin bin, sehr gut sehen kann, woran wir gearbeitet haben. Aber ich habe mich heute sehr wohl auf dem Platz gefühlt, hatte das Gefühl, dass mein Spiel sehr stark war, sehr konsequent. Von Anfang bis Ende des Matches bin ich sehr konzentriert auf das, was ich zu tun hatte, geblieben, und ich habe gut serviert. Alles hat gut funktioniert.

Q: Welche Qualität an Yannick schätzen Sie am meisten?

A: Selbstverständlich ist er ein großer Athlet, ein großer Sportler mit einer exzellenten Physis; während seiner gesamten Karriere und auch heute hat er bei mehreren Gelegenheiten, nicht nur im Tennis, sondern auch bei anderen Sportarten (Fußball) gezeigt, dass er wirklich das beste aus jeder Person herausholen kann, und das hat er während seiner Karriere nach dem Tennis getan. Und wir haben in den vergangenen Wochen sehr gut zusammen gearbeitet.

Q: Sie hatten schon großen Erfolg… Auch er hatte große Erfolge in verschiedenen Bereichen, was ist sein Geheimnis?

A: Er kann sich an praktisch jede Situation anpassen. Er fühlt sich sehr wohl unter extrem variablen Bedingungen und schafft es, locker mit sich selbst zu sein. Wie Sie sagten, war er erfolgreich in vielen Bereichen, v.a. natürlich im Tennis, aber auch in der Musik oder Mannschaftssportarten.

Q: Du hattest einen guten Start ins Turnier, kannst du uns sagen, was dir an deinem Spiel gefallen hat?

A: Viele Dinge. Der Aufschlag hat von Beginn an sehr gut funktioniert. Dadurch konnte ich gleich ins Match finden, mich entspannen und auf das konzentrieren, was ich zu tun hatte. Es ist wichtig, so zu beginnen. Am Anfang habe ich 2 oder 3 Spiele benötigt, um unter der natürlichen und normalen Anspannung meinen Rhythmus zu finden, da die Bedingungen anders waren als vergangene Woche. Nach 2 oder 3 Spielen hat das gut funktioniert. Ich habe mich gut gefühlt. Meine Schläge kamen gut. Das lief nicht schlecht. Und ich habe sehr schnell gesehen, dass ich sie schnell dominieren könnte. Das habe ich gesehen, ja.

Q: Von Yannick heißt es, dass er das Beste aus den Athleten herausholen kann, mit denen er arbeitet. Hast du eine Idee, was vielleicht das Beste von dir sein könnte?

A: Wir werden sehen. Es geht darum, sich nach und nach zu verbessern, wenn das Turnier voranschreitet… Ich weiß nicht, wir werden sehen. Ich weiß nicht mehr, was ich sagen wollte… Lacht…

Q: Was ist das Beste von dir?

A: Wir werden sehen. Das beste von mir? Ich konnte das schon bei verschiedenen Gelegenheiten in meiner Karriere aus mir herausholen. Ich hoffe, es während der gesamten zwei Wochen besser und besser zu machen. Das war schon echt gut heute. Wir werden sehen, wohin mich das führt.

Q: Die großen Champions sagen oft, dass sie sich auf ihre Vorbereitung verlassen. Wenn es hart kommt, sagen sie: « Ich bin so gut vorbereitet, dass mir nichts passieren kann. » Empfindest du das auch so?

A: Das habe ich auch so empfunden, letztes Jahr zum Beispiel, als ich vorher so gut gespielt hatte, so viele Matches in Folge gewonnen hatte. Ich habe mich physisch stark und in vielen Spielen wohl gefühlt. Und in der Tat hat sich das nur mäßig ausgewirkt. All die Emotionen, ich hatte sie, aber sie hatten nicht immer den erwarteten Effekt. Wir werden sehen. Selbst wenn ich glaube, gute Arbeit geleistet zu haben, dass es gut gelaufen ist, wie zum Beispiel in Rom, sind die Würfel irgendwo gefallen, und wir werden sehen, was passiert.

Q: Hast du wahrgenommen, dass, als Yannick den Platz betrat, alle Aufmerksamkeit auf ihm lag, alle geschaut haben, hast du das bemerkt?

A: Überhaupt nicht. Ich weiß nicht, wann genau er rausgetreten ist.

Q: Hörst du seine Musik?

A: Das kommt vor. (Lacht)

Q: Haben dich die Texte berührt?

A: Nein, ich lasse mich nicht extra durch seine Musik inspirieren, falls es das ist, was Sie wissen wollten. (Lacht)

Q: Was denkst du über deine zukünftige Gegnerin?

A: Ich weiß sehr wenig über die eine und auch die andere. Alizé Cornet ist sehr jung und über Jidkova weiß ich auch nicht mehr. Da kann ich nicht viele Informationen geben.

Q: Normalerweise, zumindest auf dem Papier, müsste es ein leichtes Match werden, was für einen Nutzen kannst du aus einem sehr leichten Match ziehen?

A: Also, es wird sich erst zeigen, ob es ein leichtes Match wird oder nicht. Wenn man die erste Runde eines Grand Slam gewonnen hat, was sie getan haben wird, wenn wir gegeneinander spielen, dann wird sie sich zwangsläufig besser und besser fühlen. Man sollte kein Match auf die leichte Schulter nehmen, weder in Bezug auf die Gegnerin noch auf sich selbst. Man ist nie sicher vor einem Tag, wo man weniger gut spielt, es weniger gut läuft, man sich plötzlich physisch nicht mehr so stark fühlt, wenn die Schläge nicht so gut kommen. Es ist völlig ausgeschlossen, dass ich ein Match auf die leichte Schulter nehme. Völlig ausgeschlossen… Aber wenn es gut läuft, wie es heute der Fall war, werde ich versuchen, mehr Dinge, kleine Dinge umzusetzen… Mehr nach vorn zu gehen, ein bisschen Serve-and-Volley von Zeit zu Zeit, eine Menge Dinge, die man versuchen kann, aber man wird während des Matches sehen, wie es läuft.

Q: Hat die Anwesenheit von Yannick verändert, wie du die Zeit zwischen zwei Matches verbringst?

A: Nein, denke ich nicht. Ich denke, wir werden den Trainingsplan beibehalten.

Q: Hat Yannick einen Minderwertigkeitskomplex?

A: Den braucht er nicht zu haben. Er ist kein Trainer, er ist keiner, der die ganze Zeit bei einem Spieler oder einer Spielerin ist, der die ganze alltägliche Arbeit macht. Das ist nicht dasselbe. Loïc macht das sehr sehr gut und er ist davon begeistert. Ich erinnere mich, als wir an speziellen Dingen gearbeitet haben, hat er Patrice Hagelauer gefragt, ob er helfen könne, er hat auch Guy gefragt, ob es neue Dinge zu verbessern gäbe, und er hat auch kein Problem damit, Yannick zu fragen, ob er Dinge sieht, die zu verbessern wären. Er ist von der Zusammenarbeit begeistert, für ihn ist das eine interessante Erfahrung, glaube ich.

Q: Sie haben gesagt, dass, wenn man das Match sieht, Sie nicht unbedingt die Dinge zeigen konnten, die Yannick Ihnen geraten hat.

A: Das habe ich nicht gesagt, nein. Ich habe gesagt, dass ich versuche, manche Dinge in Matches leichter umzusetzen, wie es heute in einigen Momenten vielleicht der Fall war.

Q: Nein, aber haben Sie oft oder nicht oft daran gedacht…

A: An was?

Q: An die Dinge, an denen Sie mit ihm gearbeitet haben, hat es Ihnen geholfen, haben Sie im Match daran gedacht oder nicht?

A: Ja, da sind kleine, Dinge, die jetzt automatischer ablaufen. Ich glaube, das ist auf jeden Fall interessant. Ihnen den Prozentsatz zu geben von Dingen, die mir geholfen haben oder nicht… Das ist schwierig. Das zu messen ist schwierig. Es ist unmöglich, den positiven Anteil usw. daran zu berechnen.

Q: Was meinst du mit automatisch?

A: Es gibt Dinge, die ganz natürlich ablaufen, aber das keine Dinge, an denen ich erst seit drei Tagen oder einer Woche arbeite, sondern die ich schon seit geraumer Zeit versuche umzusetzen. Diese lassen sich durch eine neue Sicht darauf jetzt schneller umsetzen oder auf jeden Fall beschleunigen.

Q: Welche Erinnerungen haben Sie an die Erfahrung mit Yannick und Loïc im FedCup?

A: Ich war noch ziemlich jung. Ich konnte davon nicht wirklich vollständig profitieren. Weil das mein erster Auftritt im FedCup war und ich erst herausfinden musste, wie diese Mannschaft funktioniert. Deshalb konnte ich davon nicht genug profitieren. Im Nachhinein empfinde ich das so.