| |
24.05.05
Q:
Amélie, Sie haben heute sehr gut gespielt, sehr konzentriert. Haben
Sie, seit Sie mit Yannick Noah trainieren, sehr von dieser neuen
Zusammenarbeit profitiert?
A: Ich
glaube, ich habe in den letzten zwei Wochen tatsächlich gut gespielt.
Wir arbeiten weiterhin hier und da an einigen Dingen. Ich weiß nicht,
ob man in so einem Match, wo ich stärker als meine Gegnerin bin, sehr
gut sehen kann, woran wir gearbeitet haben. Aber ich habe mich heute
sehr wohl auf dem Platz gefühlt, hatte das Gefühl, dass mein Spiel
sehr stark war, sehr konsequent. Von Anfang bis Ende des Matches bin
ich sehr konzentriert auf das, was ich zu tun hatte, geblieben, und
ich habe gut serviert. Alles hat gut funktioniert.
Q:
Welche Qualität an Yannick schätzen Sie am meisten?
A:
Selbstverständlich ist er ein großer Athlet, ein großer Sportler mit
einer exzellenten Physis; während seiner gesamten Karriere und auch
heute hat er bei mehreren Gelegenheiten, nicht nur im Tennis, sondern
auch bei anderen Sportarten (Fußball) gezeigt, dass er wirklich das
beste aus jeder Person herausholen kann, und das hat er während seiner
Karriere nach dem Tennis getan. Und wir haben in den vergangenen
Wochen sehr gut zusammen gearbeitet.
Q: Sie
hatten schon großen Erfolg… Auch er hatte große Erfolge in
verschiedenen Bereichen, was ist sein Geheimnis?
A: Er
kann sich an praktisch jede Situation anpassen. Er fühlt sich sehr
wohl unter extrem variablen Bedingungen und schafft es, locker mit
sich selbst zu sein. Wie Sie sagten, war er erfolgreich in vielen
Bereichen, v.a. natürlich im Tennis, aber auch in der Musik oder
Mannschaftssportarten.
Q: Du
hattest einen guten Start ins Turnier, kannst du uns sagen, was dir an
deinem Spiel gefallen hat?
A:
Viele Dinge. Der Aufschlag hat von Beginn an sehr gut funktioniert.
Dadurch konnte ich gleich ins Match finden, mich entspannen und auf
das konzentrieren, was ich zu tun hatte. Es ist wichtig, so zu
beginnen. Am Anfang habe ich 2 oder 3 Spiele benötigt, um unter der
natürlichen und normalen Anspannung meinen Rhythmus zu finden, da die
Bedingungen anders waren als vergangene Woche. Nach 2 oder 3 Spielen
hat das gut funktioniert. Ich habe mich gut gefühlt. Meine Schläge
kamen gut. Das lief nicht schlecht. Und ich habe sehr schnell gesehen,
dass ich sie schnell dominieren könnte. Das habe ich gesehen, ja.
Q: Von
Yannick heißt es, dass er das Beste aus den Athleten herausholen kann,
mit denen er arbeitet. Hast du eine Idee, was vielleicht das Beste von
dir sein könnte?
A: Wir
werden sehen. Es geht darum, sich nach und nach zu verbessern, wenn
das Turnier voranschreitet… Ich weiß nicht, wir werden sehen. Ich weiß
nicht mehr, was ich sagen wollte… Lacht…
Q: Was
ist das Beste von dir?
A: Wir
werden sehen. Das beste von mir? Ich konnte das schon bei
verschiedenen Gelegenheiten in meiner Karriere aus mir herausholen.
Ich hoffe, es während der gesamten zwei Wochen besser und besser zu
machen. Das war schon echt gut heute. Wir werden sehen, wohin mich das
führt.
Q: Die
großen Champions sagen oft, dass sie sich auf ihre Vorbereitung
verlassen. Wenn es hart kommt, sagen sie: « Ich bin so gut
vorbereitet, dass mir nichts passieren kann. » Empfindest du das auch
so?
A: Das
habe ich auch so empfunden, letztes Jahr zum Beispiel, als ich vorher
so gut gespielt hatte, so viele Matches in Folge gewonnen hatte. Ich
habe mich physisch stark und in vielen Spielen wohl gefühlt. Und in
der Tat hat sich das nur mäßig ausgewirkt. All die Emotionen, ich
hatte sie, aber sie hatten nicht immer den erwarteten Effekt. Wir
werden sehen. Selbst wenn ich glaube, gute Arbeit geleistet zu haben,
dass es gut gelaufen ist, wie zum Beispiel in Rom, sind die Würfel
irgendwo gefallen, und wir werden sehen, was passiert.
Q:
Hast du wahrgenommen, dass, als Yannick den Platz betrat, alle
Aufmerksamkeit auf ihm lag, alle geschaut haben, hast du das bemerkt?
A:
Überhaupt nicht. Ich weiß nicht, wann genau er rausgetreten ist.
Q:
Hörst du seine Musik?
A: Das
kommt vor. (Lacht)
Q:
Haben dich die Texte berührt?
A:
Nein, ich lasse mich nicht extra durch seine Musik inspirieren, falls
es das ist, was Sie wissen wollten. (Lacht)
Q: Was
denkst du über deine zukünftige Gegnerin?
A: Ich
weiß sehr wenig über die eine und auch die andere. Alizé Cornet ist
sehr jung und über Jidkova weiß ich auch nicht mehr. Da kann ich nicht
viele Informationen geben.
Q:
Normalerweise, zumindest auf dem Papier, müsste es ein leichtes Match
werden, was für einen Nutzen kannst du aus einem sehr leichten Match
ziehen?
A:
Also, es wird sich erst zeigen, ob es ein leichtes Match wird oder
nicht. Wenn man die erste Runde eines Grand Slam gewonnen hat, was sie
getan haben wird, wenn wir gegeneinander spielen, dann wird sie sich
zwangsläufig besser und besser fühlen. Man sollte kein Match auf die
leichte Schulter nehmen, weder in Bezug auf die Gegnerin noch auf sich
selbst. Man ist nie sicher vor einem Tag, wo man weniger gut spielt,
es weniger gut läuft, man sich plötzlich physisch nicht mehr so stark
fühlt, wenn die Schläge nicht so gut kommen. Es ist völlig
ausgeschlossen, dass ich ein Match auf die leichte Schulter nehme.
Völlig ausgeschlossen… Aber wenn es gut läuft, wie es heute der Fall
war, werde ich versuchen, mehr Dinge, kleine Dinge umzusetzen… Mehr
nach vorn zu gehen, ein bisschen Serve-and-Volley von Zeit zu Zeit,
eine Menge Dinge, die man versuchen kann, aber man wird während des
Matches sehen, wie es läuft.
Q: Hat
die Anwesenheit von Yannick verändert, wie du die Zeit zwischen zwei
Matches verbringst?
A:
Nein, denke ich nicht. Ich denke, wir werden den Trainingsplan
beibehalten.
Q: Hat
Yannick einen Minderwertigkeitskomplex?
A: Den
braucht er nicht zu haben. Er ist kein Trainer, er ist keiner, der die
ganze Zeit bei einem Spieler oder einer Spielerin ist, der die ganze
alltägliche Arbeit macht. Das ist nicht dasselbe. Loïc macht das sehr
sehr gut und er ist davon begeistert. Ich erinnere mich, als wir an
speziellen Dingen gearbeitet haben, hat er Patrice Hagelauer gefragt,
ob er helfen könne, er hat auch Guy gefragt, ob es neue Dinge zu
verbessern gäbe, und er hat auch kein Problem damit, Yannick zu
fragen, ob er Dinge sieht, die zu verbessern wären. Er ist von der
Zusammenarbeit begeistert, für ihn ist das eine interessante
Erfahrung, glaube ich.
Q: Sie
haben gesagt, dass, wenn man das Match sieht, Sie nicht unbedingt die
Dinge zeigen konnten, die Yannick Ihnen geraten hat.
A: Das
habe ich nicht gesagt, nein. Ich habe gesagt, dass ich versuche,
manche Dinge in Matches leichter umzusetzen, wie es heute in einigen
Momenten vielleicht der Fall war.
Q:
Nein, aber haben Sie oft oder nicht oft daran gedacht…
A: An
was?
Q: An
die Dinge, an denen Sie mit ihm gearbeitet haben, hat es Ihnen
geholfen, haben Sie im Match daran gedacht oder nicht?
A: Ja,
da sind kleine, Dinge, die jetzt automatischer ablaufen. Ich glaube,
das ist auf jeden Fall interessant. Ihnen den Prozentsatz zu geben von
Dingen, die mir geholfen haben oder nicht… Das ist schwierig. Das zu
messen ist schwierig. Es ist unmöglich, den positiven Anteil usw.
daran zu berechnen.
Q: Was
meinst du mit automatisch?
A: Es
gibt Dinge, die ganz natürlich ablaufen, aber das keine Dinge, an
denen ich erst seit drei Tagen oder einer Woche arbeite, sondern die
ich schon seit geraumer Zeit versuche umzusetzen. Diese lassen sich
durch eine neue Sicht darauf jetzt schneller umsetzen oder auf jeden
Fall beschleunigen.
Q:
Welche Erinnerungen haben Sie an die Erfahrung mit Yannick und Loïc im
FedCup?
A: Ich
war noch ziemlich jung. Ich konnte davon nicht wirklich vollständig
profitieren. Weil das mein erster Auftritt im FedCup war und ich erst
herausfinden musste, wie diese Mannschaft funktioniert. Deshalb konnte
ich davon nicht genug profitieren. Im Nachhinein empfinde ich das so.
|
|