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Toronto: Interview 2. Runde (16.08.05)

Q: Sie haben vor den French Open von Nike zu Reebok gewechselt, ist das richtig?

A: Ja.

Q: Können Sie etwas dazu sagen, was Sie zu Reebok gezogen hat und was für Sie bei einem Kleidungsausstatter wichtig ist?

A: Ich denke – jetzt ist es Reebok und auch adidas. Nein, ich war für neun oder zehn Jahre bei Nike und wahrscheinlich neigte sich unser gemeinsamer Weg dem Ende zu. Reebok war sehr daran interessiert, mit mir zu arbeiten, also musste ich schauen was sie tun, wie sie sich im Tennis engagieren wollen, v.a. ihre Position auf dem europäischen Markt wieder zu stärken. Das scheint mir eine ziemlich interessante Herausforderung zu sein. Ich hoffe ihnen helfen zu können, in Europa sehr stark zurückzukommen. Und ich denke, dass sie einen tollen Job machen. Ich meine, ich lerne das Unternehmen mit den Monaten immer besser kennen. Aber ich bin jetzt schon beeindruckt, wie auf meine Ansichten zu ihren Outfits reagierten, und das wird noch besser werden, nicht mehr dieses Jahr, das ist zu früh, aber 2006 usw.

Q: Welche Dinge haben Sie sie gebeten zu verändern? Waren mehr modische oder technische Aspekte wichtig?

A: Das sind verschiedene Punkte. Technische und in Bezug auf die Stoffe. Was die Stoffe betrifft, sind sie auf dem richtigen Weg, aber vielleicht kann ich ihnen mit dem Gefühl auf dem Court helfen und auch bei modischen Aspekten, den Schnitten. Kann man das so sagen? Ja, ich gebe Feedback, soviel ich kann, auch zu den Schuhen, um ihnen zu helfen und sicherzugehen, dass ich mich wohl fühle in dem, was ich trage, und dass sie glücklich mit der Zusammenarbeit sind.

Q: Sie hatten eine kleine Auszeit, haben seit Anfang Juli nicht mehr gespielt. Wie haben Sie sich bei Ihrem ersten Match seit vier Wochen gefühlt und was denken Sie über das Match?

A: Nun, einige Hochs und Tiefs. Wie Sie sagten, waren es mehr als vier Wochen ohne Match. Deshalb brauche ich glaube ich etwas Zeit, um meinen Rhythmus wieder zu finden. Ich muss, wie Sie gesehen haben, natürlich noch einiges an meinem Spiel verbessern. Einige Dinge haben heute ziemlich gut funktioniert. Ich denke da besonders an den Aufschlag. Andere Dinge - aber ich arbeite noch an dem richtigen Timing auf dem Court. Aber so ist das nun mal. Man kann die Spielpraxis nicht ersetzen, auch wenn man drei oder vier Wochen trainiert. Das ist immer noch etwas ganz anderes. Ich bin glücklich, gewonnen zu haben und, wie ich auch auf dem Court gesagt habe, werde morgen oder übermorgen die Möglichkeit haben, diese paar Dinge zu verbessern.

Q: Also sind Sie glücklich darüber, die Auszeit genommen zu haben?

A: Ich habe es gebraucht. Wenn wir wollten, könnten wir 11 Monate im Jahr spielen. Aber ich kann das nicht. Ich hatte in den ersten sechs Monaten der Saison fast keine Pause. An einem Punkt musste ich einfach eine kleine Auszeit nehmen und mich dann für die zweite Hälfte der Saison vorbereiten, für die letzten drei oder vier Monate, weil ich keine Maschine bin. Manchmal muss ich mich auch ausruhen (lächelt).

Q: Haben Sie die Pause benötigt, weil Ihr Körper überstrapaziert war oder waren Sie einfach müde?

A: Das ist der Körper, das ist der Geist. Das ist ein bisschen von allem. Manchmal muss man ein bisschen Abstand von der Tour nehmen. Man reist, Flughäfen, Hotels, Tennisclubs. Manchmal muss man sich einfach die Zeit nehmen, um ein wenig zu entspannen. Das ist von allem ein bisschen.

Q: Wie haben Sie ausgespannt?

A: Ich hatte zwei Wochen komplett frei, um an den Strand gehen, alles zu tun, wozu ich Lust habe, und dann habe ich drei Wochen trainiert.

Q: Auf dem Papier sah es wie ein leichter Sieg aus.

A: Nicht so einfach, besonders der zweite Satz. Ich denke, im ersten Satz habe ich sehr effektiv gespielt. Und dann der zweite Satz… physisch gesehen hatte ich einige Probleme, den Rhythmus zu halten und habe viel zu viele Fehler produziert, um das Match so beenden zu können, wie ich wollte.

Q: Sie haben Ihr Spiel zu einem richtigen Serve-and-Volley-Spiel entwickelt. Haben Sie bewusst entschieden, heute daran zu arbeiten?

A: Ja, ich denke, es hat bei Wimbledon auf Rasen, einem spezifischen Belag, gut funktioniert. Also versuche ich diesen Teil des Spiels anzupassen. Es ist nicht hundert Prozent Serve-and-Volley, weil ich nicht glaube, dass das auf Hardcourt effektiv wäre. Aber ich versuche dennoch, ans Netz zu gehen, um zu versuchen, die Punkte leichter abzuschließen.

Q: Ihre Gegnerin heute war ziemlich kreativ bei ihren Schlägen, viele Drops, vielleicht ziemlich unorthodox bei der Wahl ihrer Schläge. Können Sie dazu etwas sagen?

A: Ich denke besonders im zweiten Satz habe ich sie das machen lassen, weil ich etwas weiter zurückgegangen bin und einige kurze Bälle geschlagen habe. Dadurch hatte sie mehrere Auswahlmöglichkeiten bei den Schlägen. Sie kann Drops spielen, sie kann hart schlagen und ans Netz gehen. Ich denke, ich habe sie heute ins Match zurückkommen lassen.

Q: Sie sind etwas bekannt dafür, dass sie, wenn Sie gegen eine schwächere Gegnerin spielen, Ihr Spiel nicht hundert Prozent aufziehen. War das heute der Fall, dass Sie einfach abgewartet haben und an ein paar Dingen gearbeitet haben?

A: Ich denke, das Match heute war vor allem dazu da, die mangelnde Spielpraxis auszugleichen. Wenn ich schon drei, vier Matches gespielt hätte, wäre das Match sicher anders abgelaufen.

Q: Wie sieht es mit der Fitness aus? Es gab einige Gelegenheiten, wo sie einen Drop gespielt hat, Sie zurückgespielt haben und der nächste Schlag ein hoher Lob war. Wie sah Ihre Fitness aus?

A: Sie ist OK, sie ist gut. Ich fühle mich gut auf dem Court. Ich denke, ich muss noch etwas schneller werden. Aber das kommt noch. Wenn ich noch einige Matches hier spielen kann, wird das sehr schnell kommen. Da bin ich mir sicher.