Seite

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26  
  US Open: Interview Viertelfinale 2005

Q: Sie hatten einen ziemlich leichten Lauf bis ins Viertelfinale, haben keinen Satz abgegeben. Mary auch, aber sie hatte ein hartes Match gegen Justine. Ohne Zweifel ein adrenalin-treibendes Match, auf dem Centre Court. Denken Sie, dass Mary heute, wenn Sie so wollen, deshalb etwas abgehärteter in das Match ging?

A: Ja, das kann sein. Aber ich denke auch, dass sie – in habe in französisch gesagt, versuch nicht dahin zu schauen, wo es sich nicht lohnt hinzuschauen. Ich denke, sie hat heute einfach ein besseres Match als ich gespielt. Sie hat einfach besser Tennis gespielt. Seit einigen Monaten schon hat sie einen sehr guten Schlag, wie wir wissen, und sie bewegt sich besser und besser und serviert auch sehr gut. Und da waren vielleicht ein paar Dinge hier und da, die ich hätte besser machen können. Ich habe nicht mein bestes Match bei diesem Turnier gespielt, das ist sicher, aber auch deshalb, weil sie mich stark unter Druck gesetzt hat, nicht nur bei ihren Aufschlagspielen, sondern auch beim Returnspiel. Also alle Achtung für sie, denke ich.

Q: Sie haben in den vergangenen fünf oder sechs Jahren einige Male gegen sie gespielt. Vieles wurde geschrieben über ihre wiedererlangte Fitness, eine Menge verbrachte Zeit im Fitnessraum. Denken Sie, dass sie jetzt mit 30 bei diesem Turnier vielleicht mit das beste Tennis ihrer Karriere spielt?

A: Das würde ich sagen. Ich weiß, das würde eine Menge Leute sagen, die sie schon gekannt haben, als sie auf ihrem besten Level war, bevor sie in der Weltrangliste etwas nach unten rutschte. Ich meine, als sie ’95 die Australien Open gewonnen hat. Ich kannte sie da noch nicht, aber das sagen viele Leute. Ich kenne sie jetzt seit zwei, drei Jahren und denke, ja, in diesem Zeitraum ist das jetzt zweifellos das beste Tennis, das sie je gespielt hat.

Q: Wirkt sie jetzt stärker als noch eher in diesem Jahr?

A: Ja, das ist kein Vergleich. Sie hat jetzt auch das Selbstvertrauen, ein großer, wichtiger Faktor in ihrem Spiel. Sie geht in jeden Ball. Wenn man die Sicherheit nicht hat, macht es das etwas schwieriger. Ja, sie hat sich stark verbessert. Wie Sie sagten, hat sie hart gearbeitet, im Fitnessraum und auch auf dem Platz. Das kann man sehen.

Q: Sie haben so gut gespielt, sind ans Netz gegangen. Ist das eine bittere Pille?

A: Das ist enttäuschend, natürlich. Man will nie ein Turnier so beenden, mit einer klaren Zweisatz-Niederlage. Aber so ist es halt. Alles was ich tun kann, ist zurück an die Arbeit zu gehen und die paar Dinge verbessern, die heute nicht funktioniert haben, weiter am Aufschlag arbeiten, auch am Return, und versuchen, öfter ans Netz zu gehen. Ich glaube, ich habe heute nicht alle Chancen genutzt, das ist schon etwas frustrierend.