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Toronto: Interview Viertelfinale (19.08.2005)

Q: Hatten Sie jemals eine so lange Verzögerung in einem Match?

A: Oh, ja, ich hatte mal eine über Nacht.

Q: Und wo Sie am selben Tag wieder raus mussten?

A: Ich weiß nicht. Ich kann mich nicht wirklich an eine erinnern. Aber das war sehr beeindruckend, vor allem das Unwetter, das am Nachmittag losbrach. Wir dachten wirklich: „Ob wir heute noch zurück auf den Court können?“ Weil es überall so duster war, wir konnten nicht einen Flecken blauen Himmel sehen. Ja, aber wir sind auch gewöhnt, mit diesen Pausen umzugehen, Wege zu finden, ein bisschen zu entspannen, aber trotzdem auf das fokussiert zu bleiben, was wir tun würden, wenn wir wieder zurück auf den Court gehen. Wie ich schon auf dem Platz gesagt habe, konnten wir trotzdem zurückkommen und Tennis auf hohem Niveau spielen. Das ist für mich heute ein positiver Aspekt.

Q: Können Sie uns sagen, was Sie während der Pause getan haben? Haben Sie nur in der Players-Lounge herumgehangen? Konnten Sie sich entspannen, ein Nickerchen machen?

A: Ja, die meiste Zeit war ich in der Players-Lounge, habe ein bisschen Karten gespielt. Ich habe etwas zu Mittag gegessen, als ich gesehen habe, dass das Unwetter immer noch da war. Also musste ich etwas essen. Hauptsächlich ein bisschen gelesen. Einfach da geblieben, abgehangen und gewartet (lächelt).

Q: Haben Sie beim Kartenspiel Geld gewonnen?

A: Nein. Am Ende des Spiels stand es unentschieden, ja (lacht).

Q: Was war das für ein Gefühl im ersten Satz zu spielen, als jeder im Stadion wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis es anfangen würde zu regnen?

A: Das war OK. Ich habe einfach versucht, mich auf das Spiel zu konzentrieren. Ich habe gedacht, das wird kommen. Das kann nicht während des gesamten Matches so bleiben. Aber man muss einfach versuchen, in der bestmöglichen Position vom Platz zu gehen. Es stand 4-4, 15-15, also sehr ausgeglichen. Einfach auf das fokussiert bleiben, was man auf dem Court zu tun hat. Das ist alles.

Q: Ist das schwierig umzusetzen, wenn es donnert und, wie ich schon sagte, jeder weiß, dass es regnen wird?

A: Das ist OK. Das ist OK. An diesem Tag fand ich es okay. Vielleicht hatte ich gute Laune (lächelt).

Q: Muss man an einem Tag wie heute ganz besonders vorsichtig wegen kleiner Verletzungen sein?

A: Man wärmt sich wieder sehr gut auf, als hätte man noch nicht gespielt, ganz genauso.

Q: Als wenn das Match neu anfangen würde?

A: Ja, ja, genau. Natürlich ist es nicht zu kalt. Also wird man ziemlich schnell wieder warm, auch wegen der Feuchtigkeit. Aber, ja, man achtet schon sehr darauf.

Q: Können Sie etwas dazu sagen, was Sie im zweiten Satz getan haben, um das Match zu drehen und wie überrascht Sie darüber waren, dass sie aufgegeben musste?

A: Ich denke ich konnte meine Leistung steigern und mit Verlauf des Matches immer besser spielen. Ich habe nicht gedacht, dass ich schlecht spiele. Aber sie hat sehr solide gespielt, hat mir keine leichten Punkte geschenkt, und ich habe hier und da einige Fehler gemacht, die dann entscheidend waren. In dieser Art Matches können diese zwei oder drei Punkte einen Satz entscheiden. Dann konnte ich diese kleinen Fehler abstellen und auch bei ihrem Aufschlag Druck ausüben, auch wenn sie ein Break vor lag, weiter Druck auf sie ausüben. Einfach dranbleiben und weiter das tun, was ich getan habe: aggressiv spielen und ans Netz gehen.

Q: Die ganze Woche über waren Verletzungen ein Hauptthema. Dies war die siebente Spielerin, die verletzungsbedingt ausschied. Sie haben schon darüber gesprochen, dass Sie sich einige Zeit frei genommen haben, eine kleine Pause gegönnt haben.

A: Ja, ich meine, ich halte die Daumen. Vielleicht war das die richtige Entscheidung, obwohl Verletzungen jederzeit auftreten können und niemand davor sicher ist. Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich das tun sollte, nicht nur aus physischer, sondern auch mentaler Sicht, um im zweiten Teil der Saison stark zurückkommen zu können. Vielleicht hat das heute den Unterschied gemacht. Ich weiß es nicht.

Q: Würden Sie sagen, dass, da es jetzt soweit gekommen ist, die WTA vielleicht eine längere Pause einführen sollte?

A: Darüber reden wir schon seit Jahren. Und augenscheinlich suchen sie nach einem Weg, wie das zu realisieren wäre, denn schließlich gibt es Turniere, die gespielt werden wollen. Aber natürlich ist das ihre größte Sorge. Ich denke, nächstes Jahr wird es eine längere Pause am Ende der Saison geben. Aber wir reden – als Spielerin rede ich da schon seit Jahren drüber, glauben Sie mir. Dieses Jahr findet der FedCup nicht Ende des Jahres, sondern nach den US Open statt. Das ist schon eine kleine Veränderung. Aber ich bin mir sicher, dass noch mehr Dinge getan werden müssen.

Q: Waren Sie überrascht, dass sie das Match nicht beenden konnte? Haben Sie bemerkt, dass sie so stark verletzt war?

A: Ich war ein bisschen überrascht, ja, weil sie einfach – eigentlich habe ich das nicht wirklich bemerkt. Ich glaube, es war die Schulter. Das hat sie mir am Ende gesagt. Ich weiß nicht, wann es passiert ist, bei welchem Schlag sie sich verletzt hat. Also war ich überrascht, weil ich mich nur auf mich konzentriert habe, auf das, was ich zu tun habe. Ich habe natürlich gesehen, dass sie den Trainer gerufen hat, habe aber nicht gedacht, dass es so schlimm ist.