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Nach dem Masters 2005

Amelie Mauresmo: "Ich habe einen großen Schritt getan"

Nach ihrem wohlverdienten Urlaub blickt Amélie Mauresmo erstmals auf ihren phantastischen Sieg beim Masters zurück.

Amélie Mauresmo, erste französische Masters-Siegerin, kostet ihren Erfolg aus, trotz eines von Höhen und Tiefen gezeichneten Jahres 2005. Mit ihrem Sieg über Mary Pierce in einem spannenden Match hat Mauresmo einen "großen Schritt getan". Aber der Grand-Slam-Sieg, der so sehr von ihren Fans herbeigesehnt wird, ist für sie kein "Endziel".

Die Nr. 3 der Welt, Siegerin von Philadelphia und Los Angeles, ist sich bewusst, eine "zwiespältige Saison" gespielt zu haben, gegenüber 2004, dem "Jahr der Konstanz". Sie hofft, die "Ausgeglichenheit" wahren zu können, die es ihr erlaubt hat, die Saison erfolgreich zu beenden und hofft auf eine erfolgreiches Abschneiden im FedCup, mit dem "besten französischen Team", das es je gab.

Q: Hatten Sie einen schönen Urlaub?

A: "Ja, das hat wahnsinnig gut getan, ich brauchte das, um es genießen zu können, zu entspannen. Die Erschöpfung war da, und es brauchte ein paar Tage, bis der Adrenalinspiegel wieder gesunken war. Aber ich bin auch froh, wieder zurück zu sein, ich möchte meinen Erfolg mit meinen Freunden teilen.“

Q: Wie sehen Sie ihre Leistung?

A: "Ich habe das noch nicht wirklich realisiert, auch wenn ich jetzt schon etwas ruhiger bin. Ich war gleich nach dem Sieg voller Freude über den Erfolg. Der steht in Verbindung zu Philadelphia (A.d.R.: Amélie Mauresmo hatte sich dort eine Woche zuvor durchgesetzt, nach einem durch wachsenen Monat Oktober). Die Art, wie ich es geschafft habe, all meine Zweifel ins Gegenteil zu verkehren, ist in meinen Augen das wichtigste. Das erste gewonnene Match in Philadelphia hat mir so gut getan. Das war der Moment, wo ich es am wenigsten erwartet habe. Nach meinen beiden schlimmen Niederlagen im Oktober (erstes Match in Moskau und auch in Zürich), habe ich mir viele Fragen gestellt. All die Kritik gegen mich hat wehgetan. Mit dem Sieg zurückzukommen war das wichtigste".

Q: Warum haben Sie nach dem Oktober beschlossen, das Jahr zu beenden?

A: "Es war nie die Rede davon, dass ich nach Zürich die Saison beende. Es war auch nicht die Rede davon, dass ich nicht am Masters teilnehme.“

Q: Was denken Sie heute über ihre beiden aufeinander folgenden Erfolge ?

A: "Ich habe einen großen Schritt in meiner Karriere getan. Ich habe schon immer per Auslöser funktioniert. Ich habe es immer geschafft, nach schwierigen Phasen zurückzukommen. Und das ist dasselbe in meinem Privatleben."

Q: Welches Bild werden Sie vom Masters behalten?

A: "Ich erlebe den Matchball wieder und all die Freude, die folgte. Ich möchte das Match noch einmal sehen. Ich weiß, dass es eines der größten Matches der Saison war. Das war ein großes Duell zwischen Mary und mir. Das ist unbeschreiblich, die Freude und starken Momente, die ich erlebt habe, sind schwer zu beschreiben."

Q: War das Gefühl stärker als bei Ihrem Sieg im Fed Cup?

A: "Ja, stärker, denke ich."

Q: Welche Bilanz ziehen Sie aus dieser Saison?

A: "Das ist eine zwiespältige Saison, es gab Höhen und Tiefen. Einige denken, dass dies eine sehr mittelmäßige Saison war, aber ich beende die Saison trotz allem als Nummer 3 der Welt. 2004 war das Jahr der Konstanz, 2005 gab es mehr Wendungen und einen krönenden Abschluss. Darauf bin ich stolz, dass ich so zurückkommen konnte."

Q: Es gab Diskussionen über Ihr Spiel, was denken Sie darüber?

A: "Ich suche ohne Unterlass nach Lösungen. Das ist alltäglich. Es gibt nie radikale Änderungen, das ist auch nicht nötig. Ich spreche viel mit Loïc Courteau und meiner Entourage darüber."

Q: Werden Sie etwas an ihrer Vorbereitung für die nächste Saison verändern?

A: "Es bleibt bei dem Saisonvorbereitungs-Trainingslager in Alpes d’Huez, um dann zum Tennis überzugehen. Diese Woche nehme ich das Training langsam wieder auf, aber nächste Woche wird es wieder ernst. Eigentlich müsste ich heute (Montag) laufen gehen, aber naja… "

Q: Was nehmen Sie sich für 2006 vor?

A: "Es zu schaffen, so viel Ausgeglichenheit zu entwickeln wie in Los Angeles bei den Masters."

Q: Wie schafft man es, gelassen zu bleiben?

A: "Wenn ich das wüsste (lächelt)… Die Leute um mich herum geben mir ein Gefühl der Sicherheit. Aber davon abgesehen habe ich Ängste und Zweifel wie viele Leute. Das ist schwierig, wie Sie wissen."

Q: Was ist ihr Programm für 2006?

A: "Was den Saisonbeginn betrifft, so werde ich nicht Indian Wells spielen, aber in Sydney vor Melbourne zum Grand Slam-Turnier, danach bei den Open Gaz de France."

Q: Wird es für das Masters 2006 in Madrid mehr Interesse geben?

A: "Das Masters ist die Belohnung für jede von uns. Man ist froh, dabei zu sein, das ist eine Art Privileg. Aber in Bezug auf die geographische Nähe und das Medieninteresse wird es nicht mehr Druck geben.“

Q: Wie siehst du die Konkurrenz für 2006?

A: "Die Kräfte verteilen sich. Ich denke nicht, dass eine allein die Tour dominieren könnte, wie es Justine Henin oder die Williams-Schwestern getan haben. Es wird nächste Saison eine Vielfalt geben."

Q: Und die französische Konkurrenz, gibt es da einen Wettstreit?

A: "Ich denke, dass wir das beste Team haben, das wir so noch nie zuvor hatten. Wir sind das beste Team im Ranking, da kann man also große Hoffnungen und Ziele haben. Es herrscht eine super Atmosphäre.

Q: Nach der Enttäuschung im Fed-Cup-Finale, wie empfinden Sie das heute?

A: "Wir waren nach der Niederlage enttäuscht, aber vor allem konnten wir daraus gar keine Lehre ziehen. Nach und nach erinnere ich mich auch an gute Momente. Viele Leute haben mir gesagt, dass das ein schönes Finale war."

Q: Was war für Sie 2005 das Bezeichnenste?

A: "Zweifellos Marys Rückkehr in die Weltspitze. Ich kenne nicht viele Spieler oder Spielerinnen, die das geschafft haben, was sie geschafft hat. Sie hat viele Opfer gebracht mit 30 Jahren. Außerdem haben wir dieses Jahr ziemlich oft zusammen trainiert, deshalb schätze ich das noch mehr.“

Q: Denken Sie an Rücktritt?

A: "Ich setze mir keine Grenze, der Moment wird kommen, wo ich über den Zeitpunkt des Rücktritts entscheiden möchte. Der Luxus der Spitzensportlers ist, auf dem Gipfel des Erfolgs aufhören zu können und wann man will. Nicht, wenn der Körper es für einen entscheidet."

Q: Haben Sie schon mal daran gedacht, Ihre Karriere zu beenden, durch all den Druck, der um sie existiert?

A: "Der Gedanke ist mir schon gekommen, das stimmt. Aber ich kann mich immer noch verbessern und ich will noch über mich hinauswachsen, also bin ich schnell zur Realität zurückgekehrt.“

Q: Ein Grand-Slam-Sieg 2006?

A: "Sie wissen, dass das am Ende nicht verändern würde. Die Eroberung des Heiligen Gral ist kein Endziel. Natürlich wäre es eine Genugtuung, diese Aufgabe erfüllt zu haben, aber im alltäglichen Leben würde das nichts verändern...“