| |
July 1, 2005 (Wimbledon)
Q:
Was hatten Sie erwartet, wie schwierig dieses Match, das Halbfinale
gestern und heute sein würde?
A:
Das Match im Ganzen?
Q:
Ja.
A: ch
wusste sicher, dass es ein hartes Match werden würde, ich habe ja
gesagt, dass Lindsay seit Beginn des Turniers tolles Tennis spielt.
Ich glaube das tut sie immer auf Rasen. Ich denke, das ist ein
ziemlich guter Belag für sie. Also, ja, ich wusste, dass es hart
werden würde. Das war offensichtlich der Fall. Das ist alles.
Q:
Sind Sie glücklich damit, wie Sie gespielt haben?
A:
Nun, ich glaube es war ein tolles Match. Aber, natürlich, selbst wenn
man toll spielt, will man am Ende des Tages den Sieg, was nicht der
Fall ist. Natürlich, ich habe gut gespielt, aber nicht gut genug, um
Lindsay zu schlagen. Bin enttäuscht.
Q:
Wie reiht sich diese Enttäuschung in ihre anderen
Halbfinal-Niederlagen ein?
A:
Also, ich weiß nicht, ob man da eine Rangfolge oder so aufstellen
kann. Es ist einfach sehr enttäuschend. Ich habe daran geglaubt, dass
ich dieses Match gewinnen könnte. Aber sie konnte in den
Schlüsselmomenten mit tollem Returnspiel zurückkommen, und auch tollem
Aufschlag im dritten Satz – nicht nur heute, sondern auch gestern
Abend. Es ist sehr enttäuschend. Offensichtlich, wie ich sagte, habe
ich gut gespielt. Ich denke, ich habe gutes Tennis gespielt, sehr
aggressiv. Das war das, was ich gegen sie tun wollte, und das habe ich
während des gesamten Matches getan, beim Aufschlag- wie auch beim
Returnspiel. Da gibt es nicht viel zu zu sagen.
Q:
Wie hart war die Regenpause?
A:
Nun, das ist hart, das ist hart. Aber so ist es nun mal. Ich denke,
wir können froh sein, dass wir gestern überhaupt spielen konnten, so
ungefähr zwei Stunden oder etwas mehr. Aber es ist hart. Man kommt
zurück und muss sich wirklich sehr gut vorbereiten. Ich habe letzte
Nacht kaum geschlafen. Ja, das sind schwierige Situationen, aber das
ist es ja für uns beide. Manchmal, vor allem hier bei Wimbledon, weiß
man, dass man vielleicht in so eine Situation kommen wird. So ist es
halt.
Q:
Als Sie im Zweiten mit einem Break vorn lagen, haben Sie da gedacht,
dass der Sieg schon zum Greifen nahe ist?
A:
Nun, ich wusste –- von Beginn an wusste ich, dass es in diesem Match
möglich war. Aber ich weiß auch, dass sie sehr gut returniert. Sie ist
eine gute Returnspielerin. Ich manchen Schlüsselmomenten hat sie ihre
tolle Erfahrung gezeigt. Ja, ich wusste, dass ich gewinnen könnte.
Aber ich wusste auch, dass sie mir den Sieg nicht schenken würde, dass
ich darum kämpfen müsste.
Q:
Wie haben Sie in den Schlüsselmomenten gespielt?
A:
Nun, ich glaube, der Aufschlag war der Schlüssel. Ich habe nicht genug
erste Aufschläge ins Feld gebracht. Ich habe mir die Statistik noch
nicht angeschaut, das werde ich später tun. Ich bin mir sicher, dass
da ein großer Unterschied zwischen Lindsay und mir war. Nicht nur im
ersten, zweiten oder dritten Satz, sondern im gesamten Match hat der
erste Aufschlag den Unterschied gemacht, dieser Teil des Spieles war
auf meiner Seite nicht effektiv genug.
Q:
Offensichtlich kann alles passieren, aber Sie haben das Feld etwas
verblüfft verlassen. War es schwierig, sich zu beruhigen, zu
entspannen, oder war es ein komisches Gefühl?
A: Es
war OK, sich zu entspannen und alles, aber schwierig, einzuschlafen.
Natürlich denkt man über das Match nach, über die Sätze, die ich
gespielt habe. Man denkt darüber nach, was morgen passieren wird, wie
man spielen will, was man bei eigenem Aufschlag machen will oder beim
Returnspiel, was auch immer. Ja, OK zu entspannen, aber sehr schwer,
einzuschlafen.
Q:
Waren Sie überhaupt schon einmal in dieser Situation?
A:
Nein, glaube ich eigentlich nicht. War wahrscheinlich das erste Mal
für mich, denke ich.
Q:
Wie viele Stunden haben Sie letzte Nacht geschlafen?
A:
Ich weiß es nicht. Über die ganze Nacht verteilt. Ich weiß es nicht.
Q:
War da eine Träne in ihren Augen am Ende des Matches? Haben Sie
geweint?
A:
Habe ich geweint? Noch nicht. Es ist eine große Enttäuschung. Ob man
weint oder nicht, ist nicht der Punkt, glaube ich. Ich glaube, es geht
um darum, wie man sich im Innern fühlt, mit der Frustration und der
Enttäuschung. Das ist sehr hart.
Q:
Drei Grand Slam-Städte wetteifern darum, Austragungsort* zu sein. Was
denken Sie über die Chancen von Paris? Das wird in etwa fünf Tagen
verkündet. Würden Sie es gut finden, wenn es in Paris wäre?
A:
Ja, natürlich. Natürlich. Aber es für mich ein ziemlich harter Moment,
um darüber zu reden.
Q:
Das könnte Ihnen einen Vorteil verschaffen, wenn es in Paris wäre.
A:
Das wäre großartig, in Frankreich. Wir waren sehr enttäuscht, dass es
2008 nicht geklappt hat. Ich glaube, wir haben eine ziemlich starke
Position auf der Liste. Ich glaube, jeder, nicht nur Sportler, sondern
alle Menschen in Frankreich und Paris würde es lieben, dieses
Ereignis, dieses große Ereignis zu haben. Das wäre glaube ich ein
großer Moment für Frankreich.
Q:
Werden Sie sich für die US Open anders vorbereiten oder sind Sie mit
Ihrem Spiel zufrieden, dass Sie nichts bis zu den US Open verändern
wollen?
A:
Nein, ich denke, ich werde versuchen, einiges von dem was ich auf
Rasen tue, d.h. sehr aggressiv spielen und oft ans Netz gehen, auch
auf Hardcourt umzusetzen. Ich denke, auch heute hatte ich vielleicht
drei oder vier Volleys, die nicht funktioniert haben. Vielleicht, wenn
ich im Jahr öfter so spiele, denn eigentlich spiele ich ja nur auf
Rasen so. Ich denke, wenn man sich etwas besser daran gewöhnt während
des Jahres, dann funktionieren solche Volleys vielleicht etwas besser
bei solchen großen Matches.
Q:
Wer ist Ihre Favoritin fürs Finale?
A:
Das ist schwer. Das ist schwierig. Ich denke –- Ich weiß nicht. Das
wird viel vom Aufschlag abhängen, glaube ich, auch im Finale. Ich habe
Venus seit Beginn des Turniers nicht spielen sehen, also ist das für
mich etwas schwierig zu sagen. Aber sie scheint ziemlich stark
zurückzukommen. Der Aufschlag. Der Aufschlag wird der Knackpunkt sein.
Aber ich könnte keine Siegerin tippen.
Q:
Venus spielt ziemlich gut. Sind Sie davon überrascht? Denken Sie, dass
es toll ist, ihr Comeback zu sehen?
A:
Ich bin nicht überrascht, da ich sie in Australien spielen gesehen
habe. Ich dachte, dass sie bereits dabei war, wirklich zurückzukommen
und sich auf das Spiel auf das, was sie zu tun hat, zu fokussieren.
Ich habe im Februar gegen sie gespielt. Also habe ich schon gesehen,
dass sie zurückkommt, ihren Geist wirklich wieder auf das Tennis
fokussiert. Ja, ich wusste, wenn sie gut spielt, kann sie jede
schlagen. Das ist nicht wirklich eine Überraschung.
|
|