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June 27, 2005 (Wimbledon)
Q:
Heute war anscheinend ein Match mit zwei Halbzeiten, um es mit
Fußball-Sprache zu sagen.
A:
Ja. Ich glaube, der Anfang des Matches war etwas schwierig für mich.
Ich konnte meinen Rhythmus nicht richtig finden. Ich stand etwas zu
weit hinter der Grundlinie, um wirklich aggressiv spielen zu können.
Und ich glaube, mein erster Aufschlag hat nicht wirklich gut
funktioniert; darauf musste ich mich Ende des ersten Satzes
einstellen, um den ersten sicher ins Feld zu bringen. Ich habe viel zu
viele Doppelfehler produziert und ihr bei den zweiten Aufschlägen die
Möglichkeiten überlassen. Das musste ich ändern. Vielleicht waren die
zwei freien Tage ein bisschen zu viel. Wahrscheinlich musste ich im
ersten Satz erst wieder den Rhythmus finden. Der zweite Satz war dann
natürlich viel besser. Ich spielte viel aggressiver, habe mein Spiel,
meinen Rhythmus gefunden, bin oft ans Netz gegangen, konnte den Ball
ziemlich gut „lesen“. Aber auch an der Grundlinie habe ich mich
ziemlich stark gefühlt; da der Platz ja so langsam ist, muss man
manche Punkte von der Grundlinie aus gestalten und teilweise auch
lange Ballwechsel spielen. Aber ich habe mich im zweiten Satz auch bei
diesem Teil des Spieles ziemlich wohl gefühlt. Ja, das wichtigste war
glaube ich die Art, wie ich das Match beendet habe, wie ich meinen
Rhythmus im zweiten Satz gefunden habe. Auch am Ende des ersten Satzes
habe ich mein Spiel verbessern können. Also bin ich ziemlich zufrieden
mit dem Match heute, auch wenn das am Anfang nicht mein bestes Tennis
war.
Q:
Glauben Sie, dass dieses Problem – die Konzentration zu verlieren –
eine Gefahr sein könnte, die Sie um den Gesamtsieg bringen könnte?
A:
Das ist nicht wirklich die Konzentration. Das ist mehr ein
Rhythmus-Ding. Darauf musste ich mich einstellen. Auch glaube ich,
dass die Plätze immer langsamer werden. Es ist sehr heiß. Es ist schon
seit acht Tagen heiß. Also sind die Courts – wirklich, man kann das
ganze Match von der Grundlinie spielen, wenn man will. Ich musste mich
am Anfang erst daran anpassen.
Q:
Waren Sie glücklich, wieder auf Court No. 1 zu spielen?
A:
Ja, ich bin glücklich. Ich bin glücklich, das Match gewonnen zu haben,
auch damit, wie ich im zweiten Teil des Matches gespielt habe.
Q:
Vorausschau auf die nächste Runde. Myskina oder Dementieva.
A:
Ich glaube Dementieva führt, ja, ziemlich deutlich. Ich habe etwas von
dem ersten Satz gesehen. Sie schien das Match zu dominieren, auch wenn
Myskina viele Fehler produziert. Jetzt ist ohnehin jedes Match
schwierig, gegen Spielerinnen, die sich offensichtlich ziemlich wohl
auf dem Belag fühlen. Ich denke, es wird morgen sein. Das ist OK für
mich. Ich mag es, wenn es gleich weitergeht. Wir werden sehen, wie es
läuft. Sie schlägt den Ball etwas härter als Likhovtseva heute, geht
aber vielleicht nicht so oft ans Netz wie Elena. Wir werden sehen, wie
es läuft.
Q:
Denken Sie, dass die Leute jetzt anfangen, Sie ernst zu nehmen?
A:
Wir werden sehen. Vielleicht. Das interessiert mich eigentlich nicht
wirklich. Ich weiß, was mein Spiel ist. Ich weiß, was meine Waffen auf
diesen Courts sind. Das ist OK für mich, wenn die Leute anfangen, über
mich nachzudenken. Das sind die letzten Acht, da muss man natürlich
über jede nachdenken.
Q:
Sie können auf so viele Arten spielen, haben alle Schläge – Sie können
von der Grundlinie spielen, ans Netz gehen. Vernebelt das manchmal das
Hirn, wenn man darüber nachdenkt, wie man spielen soll?
A:
Ja. Deshalb habe ich davon gesprochen, dass ich den Rhythmus nicht
richtig finden konnte. Sollte ich ans Netz gehen? An der Grundlinie
bleiben? Serve-and-Volley spielen? Oder gehe ich doch lieber erst nach
ein, zwei Extra-Schlägen ans Netz? Ja, manchmal, wenn man verschiedene
Möglichkeiten hat, stellt man sich manchmal zu viele Fragen. Manchmal
ist das nicht so gut. Aber ich genieße trotzdem, dass ich beides
spielen kann, am Netz oder an der Grundlinie. Das ist immer noch eine
Waffe, also gut.
Q:
Was haben Sie aus Ihrer Erfahrung von vergangenem Jahr gelernt, dass
Sie jetzt bei diesem Wimbledon eine bessere Spielerin sind?
A:
Nun, ich denke, die Möglichkeiten zu nutzen. Letztes Jahr, obwohl ich
ein tolles Halbfinale gespielt habe, gab es da zwei oder drei Punkte,
bei denen ich die Möglichkeiten nicht Hundert Prozent genutzt habe.
Das hat vielleicht am Ende des Tages den Unterschied ausgemacht.
Q:
Erinnern Sie sich an das Match? Ich glaube, Sie haben bei den US Open
gegen Dementieva gespielt.
A:
Ja. Nun, das war ein sehr sehr eigenartiges Match. Viele Breaks. Ich
weiß nicht mehr wie viele. Ich weiß noch, dass wir beide nicht unser
bestes Tennis gespielt haben. Ja, ich glaube, es war 7-6 im Dritten.
Sehr enges Match. Ich habe also auch etwas aus diesem Match gelernt,
um es hoffentlich morgen etwas besser zu machen.
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