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26.05.05 (2. Runde Roland Garros)
Q: Gut
gespielt heute! Sie haben auf dem Platz gelächelt und Sie sind dieses
Turnier aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln angegangen. Denken
Sie, dass Sie dieses Jahr einen guten Blickwinkel gewählt haben?
A: Wir
werden sehen. Auf jeden Fall lerne ich hinzu, versuche, jedes Mal
etwas anderes zu machen und mich Jahr für Jahr zu verbessern. Ich
hoffe, dass es dieses Jahr besser als die letzten zwei Jahre laufen
wird, aber die Antwort gibt es im Laufe des Turniers.
Q:
Hilft Ihnen Yannick bei ganz bestimmten Punkten? Haben Sie z.B. schon
über die nächste Woche gesprochen?
A:
Nein, wir arbeiten uns von Match zu Match vor. Das ist ein langes
Turnier, wir konzentrieren uns auf die Gegenwart. Wir gehen einen Tag
nach dem anderen an.
Q:
Hilft Ihnen Yannick mit einer Technik, um weniger Druck zu verspüren?
A:
Nicht wirklich, aber wir reden viel. Er erzählt mir einige Dinge, aber
es gibt keine bestimmte magische Technik. Das ist mehr durch das
Gespräch, weil wir reden.
Q:
Eine Frage zum Aberglauben. Sind Sie abergläubisch? Wenn Sie eine
Siegesserie haben, tragen Sie dann dieselbe Kleidung oder tun sie
dieselben Dinge wie ein Ritual?
A:
Nicht wirklich. Ein bisschen vielleicht, ich könnte in dasselbe
Restaurant gehen, dasselbe Gericht bestellen. Aber da gibt es keine
Regel, das kommt drauf an. Das kommt darauf an, wo ich bin, wie ich
mich fühle. Ich glaube, es gibt viele Spieler, die viel
abergläubischer als ich sind.
Q:
Die, die abergläubisch sind, was tun die?
A: Es
gibt eine Routine, die einem eine Art Sicherheit darin gibt, was man
jeden Tag tut. Man versucht, sich im luftleeren Raum des Alltags gut
zu fühlen. Das gibt Sicherheit.
Q: Ist
es schwierig, fies zu sein?
A: Ich
denke nicht, dass ich jemals auf dem Platz fies bin, unabhängig von
der Gegnerin. Ich versuche einfach, das zu tun, was ich zu tun habe.
Momentan ist das nicht offensichtlich, das stimmt. Ich habe mich auf
dem Platz auf andere Art ausgedrückt, als das in der ersten Runde der
Fall war, denke ich. Das ist ein bisschen was anderes, etwas
Spezielles. Ich bin bei Matches nie fies, ich denke nicht, dass ich
das nötig habe. Das war eben ein besonderes Match und basta.
Q: Du
bist nach dem Match wiedergekommen, um noch ein paar Bälle zu
schlagen. Brauchtest du das? Wieso?
A: Ja,
weil ich da Gefühl hatte, die Bälle besser schlagen zu können, als ich
es während des Matches getan habe. Ich wollte ganz einfach sofort
wieder das Gefühl dafür bekommen.
Q: War
das der Fall?
A: Das
war der Fall.
Q: Wie
fandest du das Publikum? Als du einen Ballabdruck hast überprüfen
lassen, hat das Publikum gebuht, war das ärgerlich?
A:
Nein, das war eine ganz besondere Stimmung, weil es, das ist wahr, ein
besonderes Match war. Die Leute wollten mehr Kampf oder Spiel sehen,
ich weiß nicht, wie ich das nennen soll. Ich habe einen Ballabdruck
überprüfen lassen, und vielleicht weil ich deutlich geführt habe, fand
das Publikum das nicht toll, aber das ist nicht schlimm. Bei dieser
Art Matches, noch dazu mit einer so jungen Spielerin, herrscht immer
eine besondere Atmosphäre.
Q:
Amélie, hast du später mit ihr gesprochen?
A: Ich
habe sie nicht gesehen, bin sofort nach dem Match trainieren gegangen.
Q: Was
sagst du zu ihrem Spiel?
A: Das
erste was mir aufgefallen ist, war ihre Einstellung, sie hat immer
gekämpft, unabhängig vom Spielstand. Das ist nicht selbstverständlich,
wenn man zum ersten Mal in solch einem Match steht. Ich finde es gut,
solch eine Einstellung zu haben, selbst wenn es nicht sehr gut läuft,
weiterhin zu versuchen, Punkte und Spiele einzufahren. Das ist doch
was. Was ihr Spiel betrifft, sie hat einen guten Schlag. Leider geht
sie nie ans Netz, ich glaube, es gibt viele kleine Dinge, die sich in
ihrem Spiel entwickeln, verbessern können. Aber sie erst 15 Jahre alt,
sie wird zwei oder drei wichtige Jahre Entwicklung haben, um das alles
umsetzen zu können.
Q:
Wussten Sie, dass Sie ihre Lieblingsspielerin sind? Ändert das etwas,
wenn man auf den Platz tritt?
A: Das
wusste ich nicht.
Q: Sie
hat ein Poster von Ihnen über ihrem Bett hängen.
A: Das
ist nicht wahr! Ich hatte keine Ahnung.
Q: Sie
verehrt Sie total. Sie besitzt einen kaputten Schläger, den sie auf
einem Trainingsplatz im Süden aufgesammelt hat.
A: Da
bin ich überhaupt nicht auf dem Laufenden.
Q: Das
ist vielleicht doch nicht schlecht.
A:
Nein, das ist nett. Es stimmt, dass man nie genau weiß, welche
Einstellung man annehmen soll, vor allem nach dem Match. So fällt mir
das vielleicht leichter… Ich weiß nicht… Das wusste ich überhaupt
nicht.
Q: Was
haben Sie ihr am Ende des Matches gesagt?
A: Ich
habe ihr das gesagt, was ich ihnen gesagt habe, dass ich es wirklich
super fand, wie sie sich in dem Match engagiert hat. Dass sie eine
tolle Zukunft vor sich hat.
Q:
Kannst du es kaum erwarten, eine Gegnerin vor dir zu haben, die dir zu
schaffen macht?
A: Das
wird übermorgen der Fall sein. Ich habe auf jeden Fall Lust drauf. Ich
habe Lust auf mehr Kampf, mehr Widerstand. Das wird im nächsten Match
der Fall sein. Es ist bekannt, dass Ivanovic eine sehr gefährliche
Gegnerin ist, die seit Anfang der Saison immer weiter Fortschritte
macht und Selbstvertrauen gewinnt, man kann regelrecht fühlen, wie sie
immer mehr an Selbstvertrauen gewinnt. Ich stelle mich auf ein
schwieriges Match ein, aber das ist gut.
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