Seite

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26  
  26.05.05 (2. Runde Roland Garros)

Q: Gut gespielt heute! Sie haben auf dem Platz gelächelt und Sie sind dieses Turnier aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln angegangen. Denken Sie, dass Sie dieses Jahr einen guten Blickwinkel gewählt haben?

A: Wir werden sehen. Auf jeden Fall lerne ich hinzu, versuche, jedes Mal etwas anderes zu machen und mich Jahr für Jahr zu verbessern. Ich hoffe, dass es dieses Jahr besser als die letzten zwei Jahre laufen wird, aber die Antwort gibt es im Laufe des Turniers.

Q: Hilft Ihnen Yannick bei ganz bestimmten Punkten? Haben Sie z.B. schon über die nächste Woche gesprochen?

A: Nein, wir arbeiten uns von Match zu Match vor. Das ist ein langes Turnier, wir konzentrieren uns auf die Gegenwart. Wir gehen einen Tag nach dem anderen an.

Q: Hilft Ihnen Yannick mit einer Technik, um weniger Druck zu verspüren?

A: Nicht wirklich, aber wir reden viel. Er erzählt mir einige Dinge, aber es gibt keine bestimmte magische Technik. Das ist mehr durch das Gespräch, weil wir reden.

Q: Eine Frage zum Aberglauben. Sind Sie abergläubisch? Wenn Sie eine Siegesserie haben, tragen Sie dann dieselbe Kleidung oder tun sie dieselben Dinge wie ein Ritual?

A: Nicht wirklich. Ein bisschen vielleicht, ich könnte in dasselbe Restaurant gehen, dasselbe Gericht bestellen. Aber da gibt es keine Regel, das kommt drauf an. Das kommt darauf an, wo ich bin, wie ich mich fühle. Ich glaube, es gibt viele Spieler, die viel abergläubischer als ich sind.

Q: Die, die abergläubisch sind, was tun die?

A: Es gibt eine Routine, die einem eine Art Sicherheit darin gibt, was man jeden Tag tut. Man versucht, sich im luftleeren Raum des Alltags gut zu fühlen. Das gibt Sicherheit.

Q: Ist es schwierig, fies zu sein?

A: Ich denke nicht, dass ich jemals auf dem Platz fies bin, unabhängig von der Gegnerin. Ich versuche einfach, das zu tun, was ich zu tun habe. Momentan ist das nicht offensichtlich, das stimmt. Ich habe mich auf dem Platz auf andere Art ausgedrückt, als das in der ersten Runde der Fall war, denke ich. Das ist ein bisschen was anderes, etwas Spezielles. Ich bin bei Matches nie fies, ich denke nicht, dass ich das nötig habe. Das war eben ein besonderes Match und basta.

Q: Du bist nach dem Match wiedergekommen, um noch ein paar Bälle zu schlagen. Brauchtest du das? Wieso?

A: Ja, weil ich da Gefühl hatte, die Bälle besser schlagen zu können, als ich es während des Matches getan habe. Ich wollte ganz einfach sofort wieder das Gefühl dafür bekommen.

Q: War das der Fall?

A: Das war der Fall.

Q: Wie fandest du das Publikum? Als du einen Ballabdruck hast überprüfen lassen, hat das Publikum gebuht, war das ärgerlich?

A: Nein, das war eine ganz besondere Stimmung, weil es, das ist wahr, ein besonderes Match war. Die Leute wollten mehr Kampf oder Spiel sehen, ich weiß nicht, wie ich das nennen soll. Ich habe einen Ballabdruck überprüfen lassen, und vielleicht weil ich deutlich geführt habe, fand das Publikum das nicht toll, aber das ist nicht schlimm. Bei dieser Art Matches, noch dazu mit einer so jungen Spielerin, herrscht immer eine besondere Atmosphäre.

Q: Amélie, hast du später mit ihr gesprochen?

A: Ich habe sie nicht gesehen, bin sofort nach dem Match trainieren gegangen.

Q: Was sagst du zu ihrem Spiel?

A: Das erste was mir aufgefallen ist, war ihre Einstellung, sie hat immer gekämpft, unabhängig vom Spielstand. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man zum ersten Mal in solch einem Match steht. Ich finde es gut, solch eine Einstellung zu haben, selbst wenn es nicht sehr gut läuft, weiterhin zu versuchen, Punkte und Spiele einzufahren. Das ist doch was. Was ihr Spiel betrifft, sie hat einen guten Schlag. Leider geht sie nie ans Netz, ich glaube, es gibt viele kleine Dinge, die sich in ihrem Spiel entwickeln, verbessern können. Aber sie erst 15 Jahre alt, sie wird zwei oder drei wichtige Jahre Entwicklung haben, um das alles umsetzen zu können.

Q: Wussten Sie, dass Sie ihre Lieblingsspielerin sind? Ändert das etwas, wenn man auf den Platz tritt?

A: Das wusste ich nicht.

Q: Sie hat ein Poster von Ihnen über ihrem Bett hängen.

A: Das ist nicht wahr! Ich hatte keine Ahnung.

Q: Sie verehrt Sie total. Sie besitzt einen kaputten Schläger, den sie auf einem Trainingsplatz im Süden aufgesammelt hat.

A: Da bin ich überhaupt nicht auf dem Laufenden.

Q: Das ist vielleicht doch nicht schlecht.

A: Nein, das ist nett. Es stimmt, dass man nie genau weiß, welche Einstellung man annehmen soll, vor allem nach dem Match. So fällt mir das vielleicht leichter… Ich weiß nicht… Das wusste ich überhaupt nicht.

Q: Was haben Sie ihr am Ende des Matches gesagt?

A: Ich habe ihr das gesagt, was ich ihnen gesagt habe, dass ich es wirklich super fand, wie sie sich in dem Match engagiert hat. Dass sie eine tolle Zukunft vor sich hat.

Q: Kannst du es kaum erwarten, eine Gegnerin vor dir zu haben, die dir zu schaffen macht?

A: Das wird übermorgen der Fall sein. Ich habe auf jeden Fall Lust drauf. Ich habe Lust auf mehr Kampf, mehr Widerstand. Das wird im nächsten Match der Fall sein. Es ist bekannt, dass Ivanovic eine sehr gefährliche Gegnerin ist, die seit Anfang der Saison immer weiter Fortschritte macht und Selbstvertrauen gewinnt, man kann regelrecht fühlen, wie sie immer mehr an Selbstvertrauen gewinnt. Ich stelle mich auf ein schwieriges Match ein, aber das ist gut.