Angefangen hat alle als Amélie
4 Jahre alt war. Damals schaute sie zusammen mit ihren Eltern das Finale
von Roland Garros im TV. Amélie war so gefesselt von diesem Spiel zwischen
Yannick Noah gegen Mats Wielander, dass sie sich entschloss Tennis zu
spielen. Ihre Eltern kauften ihr einen Tennisschläger und sie spielte in
der Zeit darauf oft zusammen mit ihrem Bruder oder schlug die Bälle
einfach gegen eine Hauswand. Zwei Jahre später beschlossen ihre Eltern sie
in einer Tennisschule einzuschreiben. Das Problem war das zu dieser Zeit
Kinder-Tennis nicht sehr weit entwickelt war. Die Anmeldung ging erst ab 8
Jahren los und Amélie war gerade mal 6. Ihre Familie drängte die
Zuständigen damals es wenigstens einmal zu versuchen. Sie ließen sich
darauf ein und Amelie wurde akzeptiert in der Tennisschule von Bornel.
"Ich erinnere mich an meine erste Tennislehrerin. Sie hieß Inger
Delamare. Sie war die erste, die mein Potential erkannt hat. Dann war da
Philippe Leroy, den ich in Bornel kennen gelernt und später beim TC Méru
wieder getroffen habe. Er war Erzieher in all seiner Pracht. Und auch
menschlich gesehen war er goldig", erinnert sie sich.
Während der darauf folgenden Jahre spielte Amélie also ausschließlich
gegen ältere Mädchen im Camp und sie war bereits damals überzeigt davon,
dass ihre Tenniskarriere in den nächsten 5 Jahren beginnen würde. Sie
trainierte mit Patrick Simon und machte große Fortschritte. Als Amélie
dann 11 Jahre alt war bekam sie ein Angebot des FFT auf eine Tennisschule
in Blois zu gehen. Sie war sich schon damals sicher, dass Tennis mehr als
nur eine Leidenschaft ist und dass sie professionelle Tennisspielerin
werden wollte, als ging sie von zuhause weg und ging zur Tennisschule
Blois.Mit 14 Jahren
wechselt sie ans INSEP in Vincennes. Dort trifft sie Gail Lovera, diese
bringt ihr bei, wie Amélie ihre Rückhand mit Topspin spielen kann, Amélie
selbst sagt dazu:
"Das war eine Revolution für mein Spiel".
Außerdem, so sagt Amélie, hatte sie noch nie einen Trainer, den sie so
möchte wie sie. Die verschiedenen Trainer, die sie gehabt hatte wollten
alle, dass Amélie ihre Rückhand mit zwei Händen spielt, weil es zu diesem
Zeitpunkt einfach die gängige Technik war. Doch Gail zeigte ihr, wie sie
eine einhändige Rückhand spielen kann und noch heute spielt Amélie die
Rückhand einhändig.
Auch schulisch wurde ein Wechsel vollzogen, Amélie nahm nun an Kursen des
CNED teil. Diese Kurse wurden unterstützt von angestellten Professoren,
die starke Bezugspunkte für Amélie waren. Sie erinnert sich besonders an
eine ihrer Professorinnen für Französisch/ Geschichte und Geologie, Frau
Mathat. Sie hat zu dieser Zeit ein wenig Amélies Familie vertretten.
1994, mit 15, geht sie ans Centre d'Entraînement National (CNE)
[Nationales Trainingszentrum] in Paris, Roland Garros. Hier hat sie ein
individuelles Zimmer, ein Tennisplatz reiht sich am anderen, es gibt eine
Kantine und es wurde wirklich alles getan, damit die Spieler und
Spielerinnen erfolgreich waren. Dort trifft sie auch Patrick Simon wieder
und spielt ihre ersten internationalen Turniere. |